Munteres Freundschaftsspiel zwischen einer Auswahl des SSV Gusborn und dem FC-St.-Pauli-Traditionsteam

jw Klein Gusborn. Als Stars von früher, ganz volksnah, die immer noch gut und gerne Fußballspielen und keinen Autogrammwunsch ablehnen - so präsentierten sich die Kicker der Traditionsmannschaft des FC St. Pauli am Sonnabend bei ihrem Gastspiel gegen eine Auswahl des SSV Gusborn mit aktuellen und ehemaligen Spielern.

Der SSV hatte das Spiel anlässlich der Feierlichkeiten zum 90. Vereinsgeburtstag organisiert, um seinen Fans und Anhängern etwas Besonderes zu bieten.

Das Ergebnis - der FC St. Pauli gewann mit 2:0 (1:0) - geriet vor gut 180 Zuschauern fast zur Nebensache. Dabei zeigten die früheren Bundesliga-Profis und höherklassig aktiven Kiez-Kicker, dass sie das Fußballspielen noch nicht verlernt haben. Zwar war das Tempo eher gemäßigt. Aber bei der Ballannahme sprang kaum einmal eine Kugel vom Fuß, die Pässe kamen meist präzise zum Mitspieler, und auch die Dribblings unter anderem von Ralf Sievers oder Dirk Zander, beide bundesligaerprobt, konnten sich sehen lassen und brachten die SSV-Defensive mehrfach in Verlegenheit.

Unter den Klängen von AC/DC»s »Hells Bells» waren beide Teams standesgemäß aufgelaufen, und der Gast übernahm schnell die Initiative. Obwohl der jüngste St.-Paulianer, Andreas Jeschke, immerhin schon 44 Jahre alt ist und das Team damit im Schnitt wohl gut 15 Jahre älter war als die SSV-Auswahl, diktierte der Gast das Geschehen und war optisch überlegen. Flemming Nielsen, früher für den FC St. Pauli in der Oberliga am Ball, erzielte nach knapp 20 Minuten das 1:0. Packende Torraumszenen gab es aber nicht allzu viele. Kein Wunder, dass der äußerst engagierte St.-Pauli-Betreuer Dieter Schiller an der Außenlinie mehrmals - mit einem Augenzwinkern - aus der Haut fuhr, seinen Kickern lautstark die Beweglichkeit von Kühlschränken attestierte und dabei drohend die Seitenausfahne schwenkte. Da-mit hatte der schnauzbärtige Schiller, der auch Co-Trainer bei den B-Jugend-Bundesligisten des FC St. Pauli ist, die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Für den SSV Gusborn hatte kurz vor der Pause Martin Schnell zweimal die große Chance zum Ausgleich. Als er allerdings mutterseelenallein vor St.-Pauli-Torwartlegende Klaus Thomforde auftauchte, da war der Respekt wohl doch zu groß, und der schnelle Stürmer bug-sierte den Ball - bedrängt vom Gäste-Keeper - etwas ungelenk ins Toraus. Kurz darauf verfehlte ein Kopfball von Schnell das Tor nur um Zentimeter.

Nach dem Wechsel blieben die Altligisten des FC St. Pauli tonangebend. Mit einer nicht ganz sauber getroffenen Direkt-abnahme aus spitzem Winkel an den Innenpfosten sorgte der frühere Profi Michael Dahms für das 2:0. Pech für den SSV: Ein Kopfball von Andreas Pieper war zuvor nur an die Latte geflogen. Dafür demonstrierte Dirk Zander am Schluss noch einmal Ballgefühl, doch auch sein Lupfer klatschte nur ans Aluminium.

Bild: Gut ließen Dirk Zander und Ralf Sievers (links) - beides ehemalige Profis beim FC St. Pauli - im Freundschaftsspiel in Klein Gusborn Ball und Gegner laufen. Zuweilen konnten Axel Lück (rechts) und die Kicker des SSV Guborn da nur hinterher schauen. 2 Aufn.: J. Wohlfeil